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Mobbing am Arbeitsplatz: Wie Sie rechtlich dagegen vorgehen können

Mobbing am Arbeitsplatz, also das Bedrängen oder Angreifen eines Kollegen oder Angestellten, ist ein Thema, das häufig totgeschwiegen wird. In der Arbeitswelt stellt Mobbing eine konfliktbelastete Situation dar, die zwischen Kollegen und Arbeitgebern stattfinden kann. Ziel des Mobbings ist eine zielgerichtete Belästigung und Ausgrenzung. Sollten Sie Opfer hiervon sein, stehe ich, Rechtsanwalt Günther Alexander Wurst, Ihnen mit rechtlicher Expertise zur Seite.

 

Rechtliche Möglichkeiten gegen den Arbeitgeber

Betroffene haben gegen den Arbeitgeber laut § 13 I AGG ein Beschwerderecht. Dabei kann sich bei den zuständigen Stellen des Betriebs, Unternehmens oder der Dienststelle beschwert werden, sobald Mobbing vom Arbeitgeber, Vorgesetzten oder Kollegen im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stattfindet. Solch eine Beschwerde wird schriftlich verfasst. Dabei sollten Ort und Zeit sowie Beweise genau geschildert werden – bestenfalls mit Angabe von Zeugen oder auch E-Mails zur Dokumentation. Dadurch kann nachgewiesen werden, dass der jeweilige Arbeitgeber Kenntnis von den Vorfällen hatte.

Des Weiteren kann der Betroffene von seinem Arbeitgeber aus § 12 III AGG verlangen, dass er die Vorfälle mit geeigneten, erforderlichen und angemessenen Maßnahmen unterbindet. Dies kann durch das Kündigen, Er- und Abmahnen sowie auch durch Versetzen des Mobbenden geschehen. Der Arbeitnehmer kann dem Arbeitgeber dabei mit Hilfe seines Rechtsanwalts Vorschläge machen, um ihn unter Zwang zu setzen.

Aus der analogen Anwendung des § 14 AGG ergibt sich außerdem, dass der Gemobbte seine Tätigkeit ohne Verlust des Arbeitslohns einstellen kann, soweit sich eine Erforderlichkeit ergibt. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitgeber keine geeigneten, erforderlichen und angemessenen Maßnahmen zur Unterbindung des Mobbings genutzt hat. Diese Vorgehensweise ist jedoch sehr riskant, da sich in Zukunft herausstellen könnte, dass die Voraussetzungen nicht in vollem Umfang vorlagen. Sollte dies der Fall sein, kann die Einstellung der Tätigkeit zu einer außerordentlichen Kündigung führen. Es ist daher zu raten, dass das Einstellen mit einem Anwalt besprochen werden sollte.

Des Weiteren kann gegen den Arbeitgeber ein Anspruch auf Schadensersatz entstehen, wenn er nachweislich nichts gegen die Mobbingfälle unternimmt. Daraus folgt eine Verletzung der Fürsorgepflicht für alle Arbeitnehmer. Ersatzfähig können Arzt- und Bewerbungskosten und die Differenz zwischen Krankengeld und Gehalt sein.

 

Vorgehen gegen den Mobbenden

Opfer können von den Mobbenden außergerichtlich einen Widerruf oder eine Unterlassungserklärung verlangen, sobald rufschädigende oder beleidigende Äußerungen getätigt wurden. Zeigt dies keine Wirkung, kann auch eine Widerrufs- und Unterlassungsklage nötig sein.

Des Weiteren kann Mobbing strafrechtliche Konsequenzen mit sich bringen, denn nicht selten liegen deswegen folgende Delikte vor:

  • Beleidigung
  • Körperverletzung
  • Sexualstraftat

 

Die Gemobbten müssen jedoch oft mit Gegenwind rechnen, da ihnen eine Anzeige wegen übler Nachrede oder falscher Verdächtigung drohen könnte. Dennoch ist in vielen Fällen eine Strafanzeige hilfreich, um sich gegen schwerwiegende Vorfälle zu wehren.

 

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